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„Wie Rock n`Roll mit Text“

Am 02.07.2017 fand der Kölner Vorentscheid des Poetry Slam Wortanschlag – Deine These statt. Acht Teilnehmer präsentierten ihre selbstgeschriebenen Texte vor einem großen Publikum. Mit dabei waren: Tim Germund, Selina Böcher, Johannes Thurk, David Reschetow, Alexandra Selbeck, Montse Surmann, Phillip Schilling und Li Sütcu.

In insgesamt neun Vorentscheiden, die innerhalb der Landeskirche ausgetragen werden, werden die besten Nachwuchs Poetry-Slammer gesucht, die beim großen Finale am 07.Okotber 2017 in der Trinitatiskirche in Köln einen ihrer selbstgeschriebenen Texte performen werden.

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Um 18 Uhr war die Jugendkirche geistreich in Köln- Mühlheim gut gefüllt. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Ina Kruwinnus, Mitarbeiterin des Jugendpfarramtes in Köln, welches den Vorentscheid ausrichtete. „Mit diesem Format wollen wir den Jugendlichen die Chance geben ihre Meinung kundzutun, wie es damals auch Martin Luther getan hat“, beginnt sie die Veranstaltung. Das liegt nahe, denn Poetry Slam ist ein modernes Format des Dichtens, bei dem die „Slammer“ zu unterschiedlichen Themen Texte schreiben und diese vortragen.  „Selber laut zu werden und selber die Stimme zu erheben ist genau die richtige Idee um die Reformation auch heute wieder präsent zu machen und damit sehr passend für dieses Jahr“, sagt sie. Zusammen mit dem professionellen Poetry-Slammer Florian Cieslik führt sie durch das zweistündige Programm.

Texte so vielseitig wie die Teilnehmer

Die Texte der Teilnehmer behandelten die unterschiedlichsten Themen. Worte zum Klimawandel, gegen den Kapitalismus, soziale Ungerechtigkeit, Leistungswahnsinn in Uni und Schule, Willkommenskultur oder Oberflächlichkeiten in der Gesellschaft bekam das Publikum zu hören. Mit Witz, Ironie aber auch viel Ernsthaftigkeit schmetterten die Jugendlichen ihre Thesen durch die Kirche. Neben den acht Jugendlichen die sich in einem 3-tägigen Workshop auf den Vorentscheid vorbereitet haben, hatten diese auch Unterstützung von den drei professionellen Slammer Anke Fuchs, Sulaiman Masomi und Marvin Ruppert, die zwischendrin auftraten.

Nachdem alle acht vorgetragen hatten war, wie bei Poetry Slams üblich, das IMG_9469Publikum gefragt. Jeder Gast hatte drei Wäscheklammern zu Verfügung, die er dem Lieblings- slammer oder -slammerin in einen Eimer werfen durfte, um so
für ihn abzustimmen. Vorher aber sollte auf jede Wäscheklammer noch ein Wort geschrieben werden, welches für neuen Texte inspirieren sollte. Das Publikum schrieb Wörter wie „Traum, Fake und Glaube“ auf.

Mit 56 Wäscheklammern zum Sieg

Am Ende konnte der 16-jährige Tim Germund aus Hürth überzeugen und sammelte die meisten Wäscheklammern. Er wird den Kölner Kirchenkreis beim Finale von Wortanschlag -deine These am 7.Oktober in der Trinitatiskirche in Köln vertreten. In seinem Text ging es um die Entscheidungen mit denen wir tagtäglich konfrontiert sind. „Man geht durchs Leben und fragt sich, was wäre wenn ich das mache oder diesen Leistungskurs wähle. Das ist etwas was viele IMG_9517Leute bewegt, deshalb war es mir wichtig darüber zu sprechen“, sagt er. Für ihn ist Poetry Slam ein tolles Format um seine Meinung mitzuteilen. „Man kann seine Gedanken auf eine Weise zum Ausdruck bringen, die jeder versteht und jeder kann dabei seinen eigenen Stil finden. Das ist wirklich eine gute Sache.“

Auch Mitveranstalterin und Moderatorin Ina Kruwinnus ist sehr zufrieden mit der Veranstaltung. „Ich bin froh, dass so viele gekommen sind und vor allem, dass die Teilnehmer, die das alle zum ersten Mal gemacht hatten eine gute Zeit hatten. Das hat man gemerkt und das war das Wichtigste.“

Ina ist ein großer Fan vom modernen Format Poetry Slam. Deshalb war ihr die Ausrichtung dieses Vorentscheids für Köln eine besondere Herzensangelegenheit. „Poetry Slam ist wie Rock n Roll mit Text. Im Vergleich zu einer, wie ich finde, oft steifen Lesung bewegt das die Zuschauer mehr. Man hat an einem Abend ganz verschiedene Texte und ganz verschiedenen Typen, die diese unterschiedlich performen. Das macht das Ganze so spannend“ ,sagt sie.

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Was wir beim Finale in Köln von Tim zu hören bekommen weiß er aber selbst noch nicht. Nur so viel verrät er: „Man muss einfach man selbst sein, wenn man da oben steht und in Bilder sprechen. Das ist ganz wichtig. Bilder und noch mehr Bilder. Das werde ich auch fürs Finale befolgen.“

Weitere Infos zum Projekt Wortanschlag- Deine These und zum großen Finale am 07. Oktober 2017 in Köln gibt es hier.