Poetry Slam „WORTANSCHLAG“ Finale in Köln

Der Pokal geht nach Aachen!

Am 07.10.2017 war es soweit – Das große Finale von Wortanschlag- Deine These fand in der Trinitatiskirche in Köln statt. In vielen Vorentscheiden während der letzten Wochen innerhalb der Landeskirche, über die auch von uns hier berichtet wurde, wurden die besten Nachwuchsslammer gekührt, die nun in Köln aufeinandertrafen.

Um 19 Uhr gab Anke Fuchs, eine bekannte Poetry Slamerin, den Startschuss für das große Finale. Für acht Kirchenkreise traten folgende Teilnehmer an: Teresa Hank aus Trier, Charlotte Fischer aus Bonn, Tim Gehrmund aus Köln, Linda Kruta aus Krefeld, Lisa Kluge aus Düsseldorf, Lucas Kauls aus Niederberg, Lilli Köppel aus Aachen und Anne Faßbender.

Die Regeln für das Finale waren dieselben wie bei den jeweiligen Vorentscheiden und entsprachen denen von professionellen Poetry-Slam Wettbewerben. Alle Poeten und Poetinnen hatten 5 Minuten Zeit einen Text ihrer Wahl vorzutragen. Dabei war jede Textform erlaubt. Für die Bewertung gilt lediglich der Text und dessen Vortrag. Kostüme oder andere Hilfsmittel sind nicht erlaubt. Anders als bei den Vorentscheiden unterschied sich die Art der Abstimmung. Vorab wurden sieben Leute aus dem Publikum ausgewählt, die die Jury bildeten und am Ende der Vorträge den Text bewerteten.

Der Text der Gewinnerin auf YouTube:

Das Finale fand in zwei Blöcken á vier Poeten statt. Im ersten Teil des Abends traten Linda Kurta aus Krefeld, Lisa Kluge aus Düsseldorf, Anne Faßbender aus und Lukas Kauls aus Niederberg gegeneinander an. Sie erzählten dem Publikum von Ihren Gedanken zur Reformation, über Veränderungen durch Worte und über unsere Nutzung von Smartphones.

In einem zweiten Teil der Veranstaltung trafen dann Tim Gehrmund aus Köln, Charlotte Fischer aus Bonn, Lili Köppel aus Aachen und Teresa Hank aus Trier aufeinander. Es ging um das helfen im Alltag, was macht einen zu einem guten Menschen? Aber auch um Themen wie Umweltverschmutzung und die Verschwendung unserer Lebenszeit beim stundenlangen surfen im Internet.

Dabei schafften es die Poeten und Poetinnen immer wieder neue Denkanstöße dem Publikum mitzugeben. Dies begeisterte vor allem auch die Jugendpfarrerin Simone Enthöfer: „Ich habe großen Respekt vor euch, dass ihr mit uns eure Gedanken geteilt habt und euch so ja auch ein Stück weit verletzlich gemacht habt.  Ihr habt uns allen einen Spiegel vorgehalten. Vielen Dank an euch alle:“, sagt sie zum Abschluss auf der Bühne.

Lili Köppel ist nach dem Applaus der Zuschauer, dessen Lautstärke im Finale entscheidend war, die Siegerin des Poetry Slams Wortanschlag-Deine These. Der Titel geht demnach in den Kirchenkreis Aachen. Mit ihrem Sieg hat sie nicht gerechnet: „Ich hatte in der ersten Runde das Gefühl ich drifte etwas vom Thema ab, aber anscheinend ist es gut angekommen.“, sagt sie später im Interview.       Die Motivation zu ihren Texten sind oft zu Themen sie sie selbst stören. „Die Meinung sagen ist super wichtig. Man muss Stellung beziehen, damit sich die Dinge auch ändern.“ Ich versuche es nicht auf eine moralische Art und Weise zu machen, sondern möchte, dass die Leute vielleicht etwas mehr über das Thema nachdenken wenn sie den Text hören und vielleicht auch merken was sie selbst verändern können.“

In ihrem finalen Text, der den sperrigen Titel: „Warum meine Mathelehrerin damals recht hatte, als sie sagte, dass wir Mathe noch einmal brauchen würden“ trug, wird dies deutlich. Es ging um aktuelle Probleme in unserer Gesellschaft, die sie gekonnt mit den Grundrechenarten der Mathematik verband. Sie beschrieb den Populismus, der multipliziert wird, wie Wahrheit im Alltag subtrahiert wird und wie diese Bezeichnungen der Grundrechenarten für sie als Kind „Fremdwörter“ waren, die nun in ihren Sprachgebrauch integriert wurden – ganz unkompliziert. Warum soll dies also mit anderen „fremden“ Dingen nicht genauso funktionieren? Zum Schluss ihres Textes zeigt Lili dem Publikum die Potenziale der Mathematik auf. Wir brauchen sie nicht um irgendwelche Landflächen zu berechnen, um dann auf dieser Grundlage Grenzen zu ziehen. Sie schlägt ganz andere Dinge vor: „Die Multiplikation gibt uns die Möglichkeit kluge Gedanken zu vermehren. Lass uns den Hass aus unserem Leben subtrahieren. Wir können Differenzen begrenzen und lasst uns Vielfalt addieren und davon profitieren“, appelliert sie an die überwältigten Zuhörer und bietet somit die Schlussworte an diesem abwechslungsreichen Abend in der Trinitatiskirche in Köln.