Die Botschaft nimmt uns gefangen

Für die Lutherstaffel habe ich mich auf den weiten Weg nach Rheinland-Pfalz gemacht, genauer gesagt in den Kirchenkreis Simmern-Trarbach, denn dort findet jedes Jahr ein Pfingstzeltlager für Kinder von 8-12 Jahren statt. Nach Themen wie „Der Wilde Westen“ oder „Piraten“ hieß das Thema in diesem Jahr passend zum Reformationsjubiläum „Protest ist Dein Fest“.

Rund 80 Kinder haben das Pfingstwochenende vom 03.06 bis zu 05.06 auf dem Sportplatz in Irmenach verbracht und dabei ein bisschen über die Zeit Luthers und dessen Protest gegen die Kirche gelernt. Betreut wurden die Kinder dabei von 32 Mitarbeitern.

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Als ich auf dem Sportplatz ankam viel mir sofort eine große Traube von Kindern an einem der ersten Stände auf. Beim Näherkommen wusste ich auch warum. Ein Schmied hatte eine kleine mobile Schmiede aufgebaut an der die Kinder ihre eigenen Kleiderbügel oder Hufeisen schmieden konnten. Am beliebtesten bei den Kindern war allerdings das Brecheisen welches aus einer kleinen Eisenstange gefertigt wurde. In absoluter Teamarbeit gingen die Kinder dabei vor. Einer passte auf, dass das Feuer nicht ausging, einer hielt die Eisenstange während die dritte Person mit einem Hammer das glühende Eisen in Form brachte.

Während hauptsächlich Jungen an der Schmiedestelle anstanden, bereiteten sich die Mädchen auf die große Modenschau am Nachmittag vor. Mit aufwändigen Kostümen wollten sie sich vor den anderen Kindern präsentieren.

Gegen elf Uhr versammelten sich alle Kinder im großen Essenszelt. Bibelarbeit mit Pfarrer Karl Hesse stand auf dem Programm. Ich durfte mich dem Tisch der „Hofnarrinen“ anschließen. Bei viel Gesang und Rhythmus-Spielen hörten die Kinder aufmerksam zu, was ihnen über Martin Luthers Geschichte erzählt wurde. Im Anschluss daran ging ich mit meiner Zeltgruppe gemeinsam zurück in ihr Gruppenzelt, dort hatten  die Teamer bereits etwas vorbereitet. Auf dem Boden lagen in einem Rechteck angeordnet viele Sitzpolster. Die Kinder mussten einen bestimmten Weg über die Polster gehen, den sie durch ausprobieren erst finden mussten. War der Weg gefunden, wurden die Kissen umgedreht und auf der Rückseite kamen verschiedene Bilder zu Vorschein. Anhand dieser Bilder wurde den Kindern schließlich erzählt, welche Rolle Martin Luther für die Reformation gespielt und wie er den Glauben zu Gott gefunden hat.

Manuel (24) ist Teamer beim Kinderpfingstzeltlager. Für ihn ist es besonders wichtig, dass verschiedene Religionen aufeinander treffen können und die Kinder so auch andere Religionen kennenlernen können. „Was wir vermitteln können ist ein Gemeinschaftsgefühl was auch Teil von der Kirche bzw. der Religion ist.“ Dieses Gemeinschaftsgefühl spiegelte sich beim anschließenden Kettenfangen wieder. Die Fänger standen für die Reformatoren und durch das Fangen sollte die Botschaft Gottes weitergetragen werden. Am Ende stand ein großer Kreis auf dem Sportplatz und alle Anwesenden waren in dieser Gemeinschaft involviert.

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Da ich nur den Sonntag an dem großartigen Spektakel teilhaben konnte, ließ ich mir von den Kindern etwas über das Programm des vergangenen Tages berichten. Lina (10) erzählte mir, dass am Samstag ein großes Geländespiel stattgefunden hat. In ihren Zeltgruppen mussten die Kinder an verschiedenen Stationen unterschiedliche Aufgaben lösen. Wie ich in den Gesichtern der Kinder erkennen konnte muss dies ein richtiges Abenteuern gewesen sein, denn  Emily (10), die das erste Mal ihre Pfingstferien im Zeltlager verbrachte, erzählte mir mit leuchtenden Augen, dass sie im nächsten Jahr auch wieder mit dabei sein würde.

Doch das eigentliche Highlight für viele Kinder war dann doch der Sonntagnachmittag. Beim großen Markttag haben sich die Betreuer des Zeltlagers einiges einfallen lassen damit die Kinder ein Gefühl für die Zeit Martin Luthers bekommen. Mit kleinen Goldstückchen konnten die Kinder wie auf einem richtigen Markt verschiedene Dinge erwerben. An den vielen Essensständen gab es die verschiedensten Leckereien zu kaufen und damit das Geld auch nicht knapp wurde konnten an den Spielständen Wetteinsätze vervielfacht werden. Da gab es einen ‚Hau den Lukas‘, verschiedene Glücksspiele und natürlich eine Lotterie mit regelmäßigem Ziehen der Lottozahlen. Und wenn dann doch einmal alles Geld verloren war, so gab es immer noch ein kleines Trinkgeld wenn den Teamern eine Waffel geholt wurde.

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Julius (17) ist ebenfalls Teamer in Irmenach. Auf die Frage hin weshalb er jedes Jahr wieder als Betreuer auf den Sportplatz kommt antwortete er: „Egal wie nervig es ist, egal wie stressig es ist, man fährt doch immer wieder her weil es Spaß macht.“

Viele Eindrücke, neue Freunde, neues Wissen. Was bleibt da bei den Kindern überhaupt hängen?  „Ich habe etwas über den Lebensweg von Luther gelernt und wie er gelebt hat“, berichtet die neunjährige Maja. Der ebenfalls neunjährige Justin wusste vor dem Zeltlager nicht, dass Luther auch die Bibel ins Deutsche übersetzt hat und Emily fand die 95 Thesen am interessantesten. Was aber alle Kinder mit nach Hause nehmen werden sind wertvolle Erfahrungen und viele neue Freunde. Am Montag folgte noch ein großer Abschlussgottesdienst bevor die Kinder wieder von ihren Eltern abgeholt und zurück ins 21. Jahrhundert gerissen wurden.

Projekttag Dudweiler

Schon 2015 entwickelte die aej saar die Idee anlässlich des Reformationsjubiläums Projekttage für Konfirmanden und Konfirmanden durchzuführen, die sich mit dem Thema der Reformationszeit beschäftigen sollten. Ein erster Versuch wurde im Februar 2016 durchgeführt. Nach diesem gelungenen Tag mit 70 Konfirmanden aus Schaffhausen, Völklingen und Saarlouis haben wir den Projekttag weiter entwickelt und beschlossen Kostüme aus der Zeit anzuschaffen. Und die sind jetzt ständig im Einsatz:

am 17.9.2016 in der Kirchengemeinde Neunkirchen mit Konfis aus allen vier Pfarrbezirken. Am 7. Januar 2017 im Schullandheim Gersheim mit Konfirmanden der der Kirchengemeinde Elversberg im Rahmen eines Seminars. Am 11. Februar für Konfis aus Heusweiler und Riegelsberg und jetzt zuletzt am 25. März in Dudweiler mit Jugendlichen aus Sulzbach, Fischbach und Dudweiler.

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Aber das war es noch nicht. Im September werden wir in Sankt Wendel und noch mal in Neunkirchen mit dem Projekttag aufschlagen und den Abschluss in diesem Jahr bildet der Projekttag in Ludweiler.

Der Tag selbst kann nur gelingen weil viele ehrenamtliche mitarbeitende den Tag mitgestalten und Workshops und Planspiel mit verantworten. Dafür möchte sich das Team der aej saar bei Ihnen allen herzlich bedanken.

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„Wie Rock n`Roll mit Text“

Am 02.07.2017 fand der Kölner Vorentscheid des Poetry Slam Wortanschlag – Deine These statt. Acht Teilnehmer präsentierten ihre selbstgeschriebenen Texte vor einem großen Publikum. Mit dabei waren: Tim Germund, Selina Böcher, Johannes Thurk, David Reschetow, Alexandra Selbeck, Montse Surmann, Phillip Schilling und Li Sütcu.

In insgesamt neun Vorentscheiden, die innerhalb der Landeskirche ausgetragen werden, werden die besten Nachwuchs Poetry-Slammer gesucht, die beim großen Finale am 07.Okotber 2017 in der Trinitatiskirche in Köln einen ihrer selbstgeschriebenen Texte performen werden.

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Um 18 Uhr war die Jugendkirche geistreich in Köln- Mühlheim gut gefüllt. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Ina Kruwinnus, Mitarbeiterin des Jugendpfarramtes in Köln, welches den Vorentscheid ausrichtete. „Mit diesem Format wollen wir den Jugendlichen die Chance geben ihre Meinung kundzutun, wie es damals auch Martin Luther getan hat“, beginnt sie die Veranstaltung. Das liegt nahe, denn Poetry Slam ist ein modernes Format des Dichtens, bei dem die „Slammer“ zu unterschiedlichen Themen Texte schreiben und diese vortragen.  „Selber laut zu werden und selber die Stimme zu erheben ist genau die richtige Idee um die Reformation auch heute wieder präsent zu machen und damit sehr passend für dieses Jahr“, sagt sie. Zusammen mit dem professionellen Poetry-Slammer Florian Cieslik führt sie durch das zweistündige Programm.

Texte so vielseitig wie die Teilnehmer

Die Texte der Teilnehmer behandelten die unterschiedlichsten Themen. Worte zum Klimawandel, gegen den Kapitalismus, soziale Ungerechtigkeit, Leistungswahnsinn in Uni und Schule, Willkommenskultur oder Oberflächlichkeiten in der Gesellschaft bekam das Publikum zu hören. Mit Witz, Ironie aber auch viel Ernsthaftigkeit schmetterten die Jugendlichen ihre Thesen durch die Kirche. Neben den acht Jugendlichen die sich in einem 3-tägigen Workshop auf den Vorentscheid vorbereitet haben, hatten diese auch Unterstützung von den drei professionellen Slammer Anke Fuchs, Sulaiman Masomi und Marvin Ruppert, die zwischendrin auftraten.

Nachdem alle acht vorgetragen hatten war, wie bei Poetry Slams üblich, das IMG_9469Publikum gefragt. Jeder Gast hatte drei Wäscheklammern zu Verfügung, die er dem Lieblings- slammer oder -slammerin in einen Eimer werfen durfte, um so
für ihn abzustimmen. Vorher aber sollte auf jede Wäscheklammer noch ein Wort geschrieben werden, welches für neuen Texte inspirieren sollte. Das Publikum schrieb Wörter wie „Traum, Fake und Glaube“ auf.

Mit 56 Wäscheklammern zum Sieg

Am Ende konnte der 16-jährige Tim Germund aus Hürth überzeugen und sammelte die meisten Wäscheklammern. Er wird den Kölner Kirchenkreis beim Finale von Wortanschlag -deine These am 7.Oktober in der Trinitatiskirche in Köln vertreten. In seinem Text ging es um die Entscheidungen mit denen wir tagtäglich konfrontiert sind. „Man geht durchs Leben und fragt sich, was wäre wenn ich das mache oder diesen Leistungskurs wähle. Das ist etwas was viele IMG_9517Leute bewegt, deshalb war es mir wichtig darüber zu sprechen“, sagt er. Für ihn ist Poetry Slam ein tolles Format um seine Meinung mitzuteilen. „Man kann seine Gedanken auf eine Weise zum Ausdruck bringen, die jeder versteht und jeder kann dabei seinen eigenen Stil finden. Das ist wirklich eine gute Sache.“

Auch Mitveranstalterin und Moderatorin Ina Kruwinnus ist sehr zufrieden mit der Veranstaltung. „Ich bin froh, dass so viele gekommen sind und vor allem, dass die Teilnehmer, die das alle zum ersten Mal gemacht hatten eine gute Zeit hatten. Das hat man gemerkt und das war das Wichtigste.“

Ina ist ein großer Fan vom modernen Format Poetry Slam. Deshalb war ihr die Ausrichtung dieses Vorentscheids für Köln eine besondere Herzensangelegenheit. „Poetry Slam ist wie Rock n Roll mit Text. Im Vergleich zu einer, wie ich finde, oft steifen Lesung bewegt das die Zuschauer mehr. Man hat an einem Abend ganz verschiedene Texte und ganz verschiedenen Typen, die diese unterschiedlich performen. Das macht das Ganze so spannend“ ,sagt sie.

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Was wir beim Finale in Köln von Tim zu hören bekommen weiß er aber selbst noch nicht. Nur so viel verrät er: „Man muss einfach man selbst sein, wenn man da oben steht und in Bilder sprechen. Das ist ganz wichtig. Bilder und noch mehr Bilder. Das werde ich auch fürs Finale befolgen.“

Weitere Infos zum Projekt Wortanschlag- Deine These und zum großen Finale am 07. Oktober 2017 in Köln gibt es hier.

 

 

Abtauchen in die Zeit Martin Luthers

Bauern und Kurfürsten zogen über den Platz, das Zischen während der Abkühlung der frisch geschlagenen Nägel war zu hören – der Marktplatz rund um den Weseler Dom tauchte am Samstag in die Zeit des 15. und 16. Jahrhunderts ein. Die Zeit, die in Glaubens- und Gesellschaftsfragen besonders von Martin Luther geprägt wurde. Anlässlich des 500-jährigen Reformationsjubiläums organisierte der Kirchenkreis Wesel dazu einen thematischen Jugendtag.

„Wir wollten nicht einfach einen Jugendtag veranstalten, sondern einen thematischen Bezug herstellen, wenn es derzeit schon so ein großes Jubiläum gibt. Dabei war uns wichtig, nicht nur theoretisches Wissen zu vermitteln, sondern etwas Praktisches anzubieten“, erklärte Jugendreferentin und Veranstalterin Michaela Leyendecker. Also haben die Organisatoren ein Live-Rollenspiel auf die Beine gestellt. Entwickelt wurde dieses von Ralf Brinkhoff. In insgesamt acht Gruppen, verschiedener Schichten angehörig, darunter Bauern, Nonnen oder dem Klerus, wurde zuerst in Kleingruppen über die Vor- und Nachteile der Reformation diskutiert. Wer mochte, konnte sich dazu dann auch passend verkleiden. Die Kurfürsten forderten zum Beispiel die Minderung der Zentralgewalt des Kaisers und hielten an einem starken Papsttum fest. Sie standen einer Reformation sehr kritisch gegenüber, während sich die Städter und Nonnen für neue Reformen stark gemacht haben.

Bevor es allerdings zu den großen Reden kam, sollten sich die einzelnen Gruppen in ihren Rollen austauschen. Dafür wurden Anfragen zum Gespräch, passend zur damaligen Zeit, per Papier überbracht. So trafen sich unter anderem die Bauern mit dem niedrigen Adel um sich auszutauschen. Am Nachmittag folgten dann die ersten Reden. Auf der Bühne, die auf dem Marktplatz aufgebaut war, hielten die einzelnen Gruppen nacheinander ihre Ansprachen, vertraten ihre Standpunkte und versuchten andere Gruppen von ihrer Meinung zu überzeugen. Zwischen dem ganzen Tumult spielte eine mittelalterliche Band. Das Leben der damaligen Zeit sollte eben so gut wie möglich nachempfunden werden können.

Rund 250 Kinder und Jugendliche haben sich für den Jugendtag angemeldet. Mithilfe von 50 ehrenamtlichen Helfern, konnte das Fest realisiert werden. Ein Jahr haben die Vorbereitungen insgesamt gedauert.

Unter den Teilnehmern waren unter anderem die derzeitigen Konfirmanden. Offen war der Jugendtag jedoch für alle Kinder und Jugendlichen. „Werbung haben wir in den Konfigruppen und in diversen Jugendeinrichtungen gemacht. Dass so viele gekommen sind, ist richtig toll“, freute sich Leyendecker.

Nicht nur das Planspiel stand auf dem Programm: Vor dem Dom warteten weitere Aktionen auf die Teilnehmer – natürlich ganz im Stil des Mittelalters. Lotte Stemberg drehte mit den Jugendlichen Glasperlen über einer offenen Flamme. „Damit können wir zeigen, wie es früher war, mit Glas und Feuer zu arbeiten“, erklärte Stemberg. Ketten- und Schlüsselanhänger ließen sich aus den bunten Perlen werkeln. Das Handwerk war an das damals weit verbreitete Glasblasen angelehnt. Gegenüber konnten eigene Nägel geschmiedet werden. Dazu wurde das Eisen erst erhitzt, dann mussten die Kinder und Jugendlichen mit einem Hammer das glühende Metall in die passende Form schlagen. Feuer spielte eine zentrale Rolle auf dem Festgelände: Die Feuerartisten Max Gerke und Lukas Poersch boten mit Feuerspuken und Feuerakrobatik eine eindrucksvolle Show. Auch hier galt: Selbermachen. In einer abgeschwächten Form, konnte jeder auch einmal mit einem Rohr Feuer spuken. „Alle haben toll mitgemacht und sind wahrhaftig in die Rollen geschlüpft. Ich hatte Angst, dass es langweilig wird oder das die Kinder nicht mitmachen werden, aber wir Organisatoren wurden vom kompletten Gegenteil überzeugt. Es hat sich gelohnt“, resümierte Michaela Leyendecker.

Text und Bilder: Jasmin Ohneszeit

Kreiskirchentag in Xanten

Der 25.Juni war ein großer Tag im Kirchenkreis Kleve. Der Kreiskirchentag fand im Archäologischen Park in Xanten statt und stand ganz unter dem Motto des Reformationsjahres „ich bin vergnügt, erlöst, befreit“. Auch für Kinder und Jugendliche gab es viele spannende Angebote. Lutherstaffel-Reporterin Franziska Thomas war für uns vor Ort.

 

Federkiele und gerappte Psalmen

„Heute ist endlich der Tag, auf den wir uns über ein Jahr vorbereitet haben.“ Christel Dückers, ehrenamtliche Mitarbeiterin des evangelischen Kirchenkreises Kleve, war froh, dass es nach den langen Vorbereitungen endlich losging.

Der archäologische Park des LVR in Xanten stellte einen Teil seiner Grünflächen zur Verfügung. Kirchengemeinden, Diakonie, Kirchenkreise und überregionale Einrichtungen bauten auf den Wiesen um das Amphitheater ihre Stände auf.

Von Armbänder basteln, Apfelbäumchen pflanzen bis Federkielschreiben war alles für Jung und Alt dabei.

 

Der Tag begann mit einem Gottesdienst im Amphitheater,ein Chor aus Geldern und Kerken und das Blasorchester des Bezirks Unterer Niederrhein unterstützten die Gäste beim Singen.  Das Lied „Ich bin vergnügt, erlöst, befreit“ beschrieb gleichzeitig das Motto des Tages. Der Ortspfarrer Hans-Joachim Wefers sowie Pfarrerin Irene Gierke ließen sich durch anfänglichem Regen nicht aus der Ruhe bringen und beschäftigten sich mit dem Gleichnis der Einladung zum Abendmahl. Die Konfirmanden und Konfirmandinnen aus Kalkar unterstützten das Thema durch einen gerappten Psalm 36 sowie durch eine szenische Darstellung.

 

Luther für alle Alterstufen

Nach dem Gottesdienst konnten die Besucher die verschiedenen Stände besuchen.

Jede Gemeinde oder vertrat das Thema Luther auf ihre eigene Weise.

„Wir sind nicht Luther, aber wir versuchen ihn und seine Intentionen dem Patienten näher zu bringen“, wie Silke Dahmen, Leiterin des evangelischen Fachseminars für Altenpflege in Xanten erklärte.

Aber es ist auch wichtig, die Lebensgeschichte von Martin Luther in den Kinderköpfen entstehen zu lassen. Das evangelische Schulreferat Duisburg/ Niederrhein gibt Fortbildungen für Lehrer und Lehrerinnen. Diese können sich Material wie ein Lutherquiz für den Unterricht ausleihen. Dieser Stand gefiel den Kindern besonders, denn sie konnten Lutherschlüsselanhänger basteln und Bilder ausmalen.

 

Luther auf der Bühne und die Rose als Quadratologo

„Ich habe zweieinhalb Monate für die Gestaltung und Idee der Lutherrose benötigt“. Manuel Franke, Erfinder der „Quadtrologos“ erklärte, dass ihm das kommende Projekt sehr wichtig sei. Jeder Besucher hatte die Möglichkeit kleine Leinwandquadrate anzumalen. Alle zusammen stellen eine Lutherrose dar, die in Kleve und Goch in den Kirchen zu sehen sein wird.

 

Am Ende des gesamten Tages konnten sich die Besucher ein selbstgeschriebenes Theaterstück „Ich fürchte nichts“ des N.N. Theaters aus Köln im Amphitheater anschauen. Das Schauspiel zeigte lustige Szenen mit dem schüchternen Martin Luther. Bezog sich jedoch auch auf den altertümlichen Sprachgebrauch und die teilweise „dunklen“ Seiten des Lebens Luthers. Außerdem unterstützen die Sängerinnen und Sänger des Gospelchors aus Goch und der Gruppe „aCHORd“ aus Xanten die Inszenierung tatkräftig.

Martin Luther-das Kindermusical

Martin Luther-das Kindermusical

Wenn man im Jahr 2017 ein Kindermusical plant, kommt man am Thema Martin Luther kaum vorbei. Somit war es für mich als Kreiskantorin klar, dass ein überregionales Musical das Leben und Wirken von Martin Luther beschreiben soll. Viele Luthermusicals landeten im Einkaufkorb und am Ende sollte es das brandneue Musical von Gerd-Peter Münden werden, welches erst Anfang des Jahres erschien.

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Das Werk hat es in sich: Viel Text, ein sehr großer Ambitus, und viele unterschiedliche Bühnenbilder, sehr viele Sprechrollen und ein vergleichsweise großes Orchester.

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Nun stellte sich die Frage: Wer aus dem Kirchenkreis an Nahe und Glan kann sich vorstellen, bei diesem Projekt mitzumachen? Bei meinen eigenen Chören sind es 26 Kinder, die am vorgeschlagenen Termin können, viel zu wenig für dieses große Musical. Und tatsächlich meldeten sich drei Chorleiterinnen, die das Stück für das gemeinsame Projekt einstudieren möchten. Sabine Vinke aus Hargesheim, Sabine Lagoda aus Bad Kreuznach und Mechthild Mayer aus Meisenheim.

Insgesamt waren also vier Chöre mit dabei: Die Bunten Töne (Lagoda), das Kinderchorprojekt Becherbach (Mayer), der Kinderchor Mozart 19 (Vinke) und die Amadeus-Singschule (Rinck).

Insgesamt sangen über 70 Kinder das Musical, es gab etwa 20 Solosänger und sechs große Rollen mit viel Text. Wir haben den Luther dreigeteilt, sodass drei Kinder die Rolle spielten.

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Das Orchester bestand aus elf Musikern und für viele Kinder war es faszinierend Oboen, Flöten, Schlaginstrumente und Streicher zu sehen.

Das jüngste Kind war 4 Jahre alt, das älteste 13 Jahre.

An zwei gemeinsamen Probentagen setzten alle Kinderchöre die geprobten Lieder zusammen. Die Szenen wurden geübt, die Kulissen und Requisiten zum ersten Mal eingesetzt. Am langen Probenfreitag waren einige Kinder von 10 bis 18 Uhr vor Ort. Es wurde geschauspielert, gebastelt, gesungen und gemeinsam gegessen.

Die erste Aufführung fand in der Pauluskirche Bad Kreuznach am 17. Juni statt. Der große Raum bot viel Platz aber auch eine komplizierte Akustik. Trotz einer extra gemieteten Verstärkeranlage war es schwer, überall in der Kirche gut zu verstehen. Dafür war der Chorklang sehr schön und die gut 300 Zuhörer hatten gute Sicht auf das aufwändige Spektakel. Drei große Kulissen wechselten sich ab und unzählige Requisiten wechselten in jeder Szene den Ort. Somit waren alle Helfer gut beschäftigt.

Anschließen wurden alle (!) Utensilien eingepackt, um am nächsten Tag im 40 Kilometer entfernten Heimweiler wieder aufgebaut zu werden. Ein logistischer Kraftakt und nur mit engagierten Helfern zu schaffen. Ein großer Dank gilt den KöchInnen, KulissenbauerInnen, AutofahrerInnen, Transporteuren und allen anderen, die mit angepackt haben.

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Die zweite Aufführung war akustisch einfacher, aber es war nicht so viel Platz. Dafür gab es einen Vorhang und noch einmal 200 Zuhörer.

Anschließend wurde bei Kaffee und Kuchen gefeiert. Denn die Kinder waren sehr konzentriert und einige lieferten wirklich Höchstleistungen ab.

Ich denke, dass man die Kinder noch in einigen Jahren fragen kann, was Luther so ausgemacht hat, und sie werden sich an vieles erinnern: An sein Leben als Mönch nach dem Unwetter, an seine Befragung in Worms, an seine geliebte Katharina und an den Thesenanschlag. Sie kennen drei seiner Lieder (Ein feste Burg, Nun freut euch liebe Christengmein, Von Himmel hoch) und seine Worte vor dem Kaiser.

Ein erfolgreiches Projekt. Ich bedanke mich im Namen der Veranstalter für die Aufnahme in die Lutherstaffel!

Kreiskantorin Cindy Rinck

Wir haben es in der Hand!

Vom 24.-28. Mai fand der Kirchentag im Jahr des Reformationsjubiläums in Berlin und Wittenberg statt. Ich begleitete 11 Jugendliche aus der Gemeinde Köln-Pesch dorthin. 

„Du siehst mich“ – war das Motto dieses 36. Kirchentages.

Das konnte ich nicht immer von meiner Gruppe aus 11 Jugendlichen behaupten, die ich als Leitung dorthin begleitete. Denn oft verloren wir uns aus den Augen wenn einer rief: „Da ist unsere Bahn!“, und so mussten wir alle einen Sprint einlegen und uns in die überfüllten Bahnen quetschen.  „Ich seh euch nicht mehr! Köln- Pesch wo seid ihr?“, hieß es dann. Das war das Kommando woraufhin wir alle durchzählten und uns vergewissern konnten das alle da waren.

In der Millionenstadt, die anlässlich der zahlreichen Veranstaltungen noch viel voller wurde, war es schon nicht so einfach sich zwischen den Menschenmassen, den hupenden Autos und dem Großstadtlärm immer gegenseitig im Auge zu behalten.  Doch schafften wir es in den vier Tagen in Berlin immer alle an unser Ziel und warteten geduldig an den langen Schlangen vor den Einlasskontrollen um uns Vorträge oder Konzerte anzuhören und die vielen inspirierenden Persönlichkeiten aus nächster Nähe zu sehen.

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Jugend trifft auf Reformation

Spirituell, kreativ und sportlich begegneten im März 2017 evangelische Jugendliche dem Thema Reformation in Leverkusen Rheindorf.

Konzipiert war der Abend nach dem Ausspruch von Martin Luther:
„Man kann Gott nicht allein mit Arbeit dienen, sondern auch mit Feiern und Ruhen.“

Lutherstaffel Reporterin Clara Schumann war für uns vor Ort.