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Gejagt!

An diesem 15. Oktober zeigt sich nochmal der Sommer über dem Kölner Stadtteil Mühlheim. Es ist angenehm warm, während ich einer Gruppe Konfis hinterherlaufe, die eifrig mit einer Karte und einem Säckchen voller Edelsteine durch die Straßen läuft. Immer auf der Hut vor ihren Verfolgern, die sie auf Schritt und Tritt jagen.

Die Jugendlichen sind Teil des KonfiKrimis, der von der evangelischen Jugend in Köln und Umgebung anlässlich des Reformationsjubiläums ausgerichtet wurde. An zwei Tagen nahmen über 600 Konfirmanden und Konfirmandinnen an der Aktion teil. Dabei wurden sie in kleinere Gruppen aufgeteilt und besuchten in Mühlheim Stationen an denen sie knifflige Aufgaben zu lösen hatten und ihr Wissen über Luther und die Reformation auf den Prüfstand bringen konnten. So mussten sie an einer Station Kreuzworträtsel lösen, an einer anderen symbolisch über eine Leiter klettern um Ihre Ängste zu überwinden oder sich im Bogenschießen üben.

04_20171015_124155Aber es galt auch sich Gedanken zu machen. „Was war Luther für ein Mensch?“, wurden die Konfis an einer Station beispielsweise gefragt. „Ein sehr kritischer“, rief einer der Teilnehmer. Also galt es nun selbst kritisch zu werden und so konnten die Jugendlichen ihre eigenen Thesen oder Missstände auf die sie aufmerksam machen wollten an eine Kirchentür nageln.

„Solche Projekte bleiben in Erinnerung. Die Teilnehmenden machen z.B. die Erfahrung von Gemeinschaft oder sie erspielen sich Inhalte und lernen so anschaulich“, sagt Ute Verch, die Mitorganisatorin dieses Wochenendes. „Wir wollen, dass die Jugendlichen merken, dass auch die alten Geschichten mit ihrem Leben heute zu tun und durchaus interessant, hilfreich etc. sein können.

Für jede erfolgreich absolvierte Station gab es einen Edelstein, den es sicher zurück in die Jugendkirche geistreich zu bringen galt, in der der Tag begann. Die Konfis repräsentierten bei der ganzen Sache Luthers Freunde, der als vogelfrei erklärt worden war und deshalb abgetaucht war. Das Ziel war es nun Luther zu finden und ihm am meisten Edelsteine zu bringen. Doch der Ablassprediger Tetzel und seine Komplizen waren den Konfis den ganzen Tag über auf den Fersen um Ihnen die Edelsteine wieder abzunehmen.  So auch meiner Gruppe, die um sich freizukaufen einen Edelstein und einige ihrer Brotstangen abgeben mussten.

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Die Konfis hatten viel Spaß bei der Aktion. „Die Stationen sind super cool. Aber es ist echt viel zu laufen“, sagt der 13-Jährige Sam aus Bensberg.

Gegen 15 Uhr ging es für die Gruppen wieder zurück in die Jugendkirche geistreich, wo ihre gesammelten Edelsteine gezählt und gesichert wurden. Danach wurden sie alle aufgerufen um in die Wartburg zu kommen, die eine benachbarte Kirche darstellen sollte. Hier trafen die Konfis dann auf Martin Luther, der sich bei seinen Rettern und Retterinnen bedankte und die Gruppe mit den meisten Edelsteinen ehrte. Glücklich und zufrieden nach diesem aufregenden Tag gingen die Teilnehmer danach zurück nach Hause.

Auch Ute Verch ist glücklich am Ende des Tages: „Wir vom Orgateam sind sehr zufrieden und freuen uns, dass sowohl die teilnehmenden Jugendlichen und deren Begleitungen als auch die Ehrenamtlichen, ohne die dieses Projekt nicht hätte stattfinden können, ihren Spaß hatten.“