95 Thesen für eine andere Welt

95 Thesen für eine andere Welt. Das Stück ist eine tolle Zeitansage von Jugendlichen
Im Januar 2017 haben sich 20 Jugendliche aus verschiedenen Kirchengemeinden des Kirchenkreises An Nahe und Glan zum ersten Mal zusammengefunden, um unter professioneller Anleitung ein eigenes Theaterstück anlässlich des Reformationsjubiläums zu erarbeiten. Dabei steht vor allem die Frage im Vordergrund, was uns in einer Welt, die immer mehr aus den Fugen zu geraten scheint, eigentlich Orientierung bietet. Die Jugendlichen zeichnen mit klarem Blick Muster und Strukturen unserer heutigen Gesellschaft nach, prangern Missstände an und sind sich einig: Wir haben Angst! Doch sie zeichnen auch Visionen, wie es anders sein könnte, suchen nach Impulsen zum Auf- und Umbruch und blicken hoffnungsvoll nach vorne. Nach nicht ganz 95 Leitfragen wie „Wo musst Du Widerstand leisten?“, „Wie überwindet man Ängste?“ und „Was gibt Dir Hoffnung?“ haben die Jugendliche zutiefst persönliche Texte entwickelt und diese in Bilder verpackt. Entstanden ist eine sehr ehrliche theatrale Collage, die den Zuschauern im wahrsten Sinne Türen öffnet in die Gedankenwelt der Spieler*innen. Auch nach den Ende des Reformationsjubiläums ist die Thematik des Stückes so aktuell wie nie zuvor.

Reinfeiern in 500 Jahre Reformation

500 Jahre Reformation, das gibts nur einmal! Also haben wir reingefeiert.  Zusammen in der Christuskirche. Mit allem was dazu gehört. Mit guten Beats und chilliger Musik, viel Licht, leckeren Cocktails, anderen Getränken und gemütlichen Sofas. Pünktlich um 20.17 Uhr ging es los mit einer Vinylpredigt von Haru Specks zum Thema Reformation. Die rund 70 Besucher machten es sich auf den Sofas der Christuskirche bequem und lauschten den Klängen der ausgewählten Musik. Nach der Predigt gab es bei ruhigeren Klängen die Gelegenheit auch weiterhin die gemütliche Atmosphäre der Christuskirche zu nutzen und den Reformationsjubiläumstag beim einen oder anderen Getränk willkommen zu heißen.

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Und passend zum Reformationsgeschehen gab es für jede*n der / die einen Nagel mitbrachte ein Freigetränk um auf die Reformation anzustoßen.

#reformyourhood

Was würde ich in meinem Stadtteil, in meiner Hood, reformieren und verändern wollen? Das ist die Fragestellung hinter #reformyourhood. Kinder und Jugendliche aus ganz Düsseldorf waren dazu im Zeitraum 16.10. – 31.10.2017 aufgerufen sich ihre Umgebung genau anzuschauen und diese Frage zu beantworten. Sie konnten so, mit #reformyourhood, aktuell und in ihrer Umgebung mit dem Thema Reformation in Kontakt kommen und versuchen ihr Lebensumfeld partizipativ mitzugestalten.

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Gewürzt wurde die Frage nach  Veränderungsmöglichkeiten mit einer Note „Guerilla-Marketing“. Ihren Reformationsbedarf schrieben die Kinder und Jugendlichen auf statisch haftende Folien, die man auf beliebige, glatte Oberflächen anbringen kann (aber auch rückstandsfrei und problemlos wieder ablösen kann) und klebten diese an die Orte, die sie verändern wollen. Die davon gemachten Fotos wurden auf Facebook und Instagram unter dem Hashtag #reformyourhood gesammelt.

Beverweg

Unser Traum: Ganz Düsseldorf ist gepflastert mit unseren #reformyourhood Folien. Ganz Düsseldorf ist es dann doch nicht geworden, aber die Kinder und Jugendlichen einiger Einrichtungen haben Orte ihrer Umgebung besucht und deutlich angezeigt, was sie nicht schön finden. So ist viel zu lesen über die Wandgestaltung und die Qualität von Graffitis und das (nicht) Vorhandensein von Fahrradständern und der Gestaltung von Spielplätzen.  Auch Müll spielt in den Augen der Kinder und Jugendlichen eine große Rolle im Stadtbild. Dabei reichen ihre Kommentare von konkreter Verschmutzung einiger Stellen bis hin zur Gestaltung und Häufigkeit von Mülleimern und Kleidersammelbehältern.  (Die Fotos zeigen eine kleine Auswahl)

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Vielen Dank an alle, die bei der Aktion mitgemacht haben. Bei Interesse kann die Aktion auch weiterhin unter dem Hashtag und mit den noch vorhandenen Folien ausgeweitet werden.

Wortanschlag Vorentscheid in Düsseldorf

Am Montag den 02. Oktober 2017 rangen 6 Künstler*innen vor einem Publikum von ca 30 Leuten um den Einzug ins Wortanschlag-Finale, am 07. Oktober in Köln.

Aber von Anfang an: Der „Wortanschlag – Deine These“ Poetry Slam ist ein Beitrag der Evangelischen Jugend im Rheinland zum Reformationsjubiläum. In 8 Städten gab es dazu Vorentscheide. Die Gewinner*innen dieser Vorentscheide vertreten ihre Stadt beim Finale in Köln.

In Düsseldorf fand der letzte dieser Vorentscheide statt.  Und aufregender und knapper hätte es kaum sein können. 6 Poetinnen und Poeten traten in der Vorrunde an. 3 erreichten unter großem Applaus das Dreier-Finale.  Anders als in der Vorrunde wurde hier der Sieger nicht mehr durch eine Jury mit Wertungskarten, sondern mittels Applaus gekürt. So der Plan. Auch nach dreimaligem Applausometer war zwischen den beiden Favoritinnen Natascha und Lisa kein Unterschied in Lautstärke und Intensität des Applauses auszumachen. Kurzerhand kürten wir beide zu Doppelsiegern. Um dennoch zu bestimmen, wer Düsseldorf im Finale vertritt stimmte das gesamte Publikum mittels Hüten und Kronkorken ab.

Fest steht also, dass Lisa uns im Finale vertritt. Dafür wünschen ihr alle viel Spaß und Erfolg!

Auch allen anderen Poet*innen des Abends an dieser Stelle noch einmal vielen Dank für Eure These, Texte und Beiträge.

Bis bald!

Einige Videos findet ihr im YouTube-Channel der Jugendkirche Düsseldorf. Die Texte von Lisa gibt es dort erst nach dem Finale um auch ja nichts vorweg zu nehmen. Daher hier das zweite Final-Doppelsieg-Gewinnervideo von Natascha.

Eine Woche im youngPOINTreformation

Mit Bodenkontakt und hoch hinaus

Bericht aus einer Woche im youngPOINTreformation – dem Beitrag der Evangelischen Jugend (aej) auf der Weltausstellung Reformation in Wittenberg im Torraum Jugend

Sechzehn Wochen lang öffnete, im Rahmen der Weltausstellung Reformation, in Wittenberg der youngPOINTreformation seine Pforten. Über 27.000 Besucher_innen waren dabei.

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Finde dein Maß

Im Ausstellungsraum ging es in vielen interaktiven Stationen und Workshops um die Frage nach dem guten Leben für alle und dem richtigen Maß. An einer Füllstation konnten die Besucher_innen z.B. ihren ökologischen Fußabdruck bemessen oder an einem Drucker auf Neonpapier ihre Botschaft zum Thema ausdrucken und im youngPOINT sichtbar für alle hinterlassen. Im Altarraum mitten im youngPOINT wurden zahlreiche Andachten und Gottesdienste von und mit Jugendlichen gefeiert.

Auf dem Dach des youngPOINT konnten Jugendgruppen und Einzelbesucher durch ein erlebnispädagogisches Kletterangebot mit Riesenschaukel, Himmelsleiter und anderen Hochseilelementen neue Perspektiven gewinnen und Vertrauen und Mut erfahren.

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Junge Verbände als Gastgeber

Jede Woche  übernahm eine andere Gruppe der Evangelischen Jugend in Deutschland die Rolle der Gastgeber_in. In der letzten Woche der Weltausstellung vom 4.-10.September waren das Jugendliche aus den jungen Jugendverbänden „Gemeinschaft finnisch-deutscher Jugend“ (GfdJ) und der „Evangelisch-vietnamesischen Tin-Lahn Gemeinden in Deutschland“. Gemeinsam hatten sie sich im Vorfeld in der Evangelischen Jugendbildungsstätte Hackhauser Hof in Solingen auf die Woche vorbereitet und ein vielfältiges Workshop-Programm erarbeitet.

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Räume für und mit Jugendlichen gestalten

Im Rahmen der Botschaften-Woche der Weltausstellung besuchten zum Abschluss Verteter_innen der EKD und Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend den „Torraum Jugend“ der Weltausstellung um Botschaften zu sammeln.  Es wurde deutlich, dass der Torraum Jugend, zu dem neben dem youngPOINT auch der „Refobeach“ des CVJM und das Konficamp gehörten, von angereisten und in Wittenberg beheimateten Jugendlichen super angenommen und gestaltet wurde. In Wittenberg werden aktuell konkrete Überlegungen angestellt, wie Räume für Jugendliche in der Stadt, die durch die Weltausstellung neu entstanden sind, für und mit Jugendlichen nachhaltig gestaltet werden können.

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youngPOINT-Blog

Mehr Eindrücke aus einem ereignisreichen Sommer im youngPOINT findest du hier:

www.young-point.de

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Hannah Werner

Poetry Slam Workshop zum Wortanschlag-Vorentscheid in Düsseldorf

Am 23. Und 24. September fand in der Jugendkirche Düsseldorf mal wieder ein Poetry Slam Workshop statt.  Dieses Mal im Rahmen der Poetry Slam Reihe „Wortanschlag – Deine These“, einem Beitrag der Evangelischen Jugend im Rheinland anlässlich des 500-jährigen Jubiläums der Reformation.

Fünf Teilnehmer*innen, ein Mitarbeiter,  ein Workshopleiter und ein Fehrnsehteam versammelten sich zu diesem Anlass.

Es wurde an Texten gefeilt, vorgetragen, improvisiert, gelacht, andere Stimmungen ausprobiert, und immer mal wieder mit dem Fernsehteam von neuneinhalb gesprochen.

Wer einen Einblick in unseren Workshop gewinnen will kann am 28.10. um 8.25 Uhr „neuneinhalb“, im Ersten, einschalten.

Einige Ergebnisse des Workshops gibt es am 02.10.2017 ab 19 Uhr beim Wortanschlag Vorentscheid in der Jugendkirche zu sehen und zu hören.

Ich will keine Angst mehr haben!

Hargesheim. Jugendliche der evangelischen Jugend im Kirchenkreis An Nahe und Glan zeigen in einem Theaterstück, was ihnen die Reformation und Martin Luther heute noch zu sagen haben
Eine jugendliche Schauspielerin tritt aus einer Tür und malt den Teufel an die Wand. 13 weitere Personen stehen auf der Bühne des Ev. Gemeindezentrums Hargesheim, murmeln vor sich hin, dann ein Schrei: „Ich habe Angst!“ Es geht viel um Angst im ersten Teil des Theaterstückes „95 Thesen für eine andere Welt“, das die Jugendlichen anlässlich des diesjährigen 500-jährigen Reformationsjubiläums unter professioneller Anleitung (Regie: Julia Hahn) selbst erarbeitet haben. Um die Angst, nicht zu genügen, nicht dem Idealbild zu entsprechen, nicht mehr mitzukommen in dieser Welt. An einer anderen Tür, die wie ein Smartphone gestaltet ist, öffnet sich das Fenster zur Welt und es flackern Medienbilder über das Display, wie wir sie heute tagtäglich sehen. Explosionen, verletzte Menschen, Überschwemmungen, Flüchtlingsströme. Es sind Bilder zum Angst haben.

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In ihrem Stück sind die jugendlichen Spielerinnen und Spieler auf der Suche nach Orientierung und nach einem Weg, ihre Ängste zu überwinden. Dabei scheint auch immer wieder die Auseinandersetzung mit Luther durch, wenn er Szenen kommentiert oder wenn aus den Wortbildern, die er vor 500 Jahren durch seine Bibelübersetzung schuf, plötzlich lebendige Bilder auf der Bühne werden. Immer wieder öffnen sich wortwörtlich Türen die Roy Müller zusammen mit den jugendlichen Akteuren aus der Bühnen- und Requisitengruppe geschaffen hat. Sie geben dem Publikum in 95 Thesen und Szenen Einblick in die Gedanken der Jugendlichen, die aus ihrer Lebenswelt von Diskriminierung, Ausgrenzung, Intoleranz und vor allem immer wieder von Angst und Orientierungslosigkeit erzählen. Sie prangern an, was aus ihrer Sicht in unserer Welt verkehrt läuft. Eine der aussagekräftigsten Szenen ist dabei der bildhaft dargestellte Kampf der schlechten Nachrichten, die die wenigen guten Nachrichten, die Hoffnung geben könnten, förmlich ersticken.

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Doch die Jugendlichen malen nicht nur schwarz, sie geben auch Ausblicke. Irgendwann wird der Teufel abgewischt und die düstere Atmosphäre wird aufgebrochen. Denn es gibt Vorbilder, an denen man sich orientieren kann, es gibt Möglichkeiten, die Welt zu verändern, auch wenn es einem nicht so scheint. Zu diesem Schluss kommen die Spieler. Jeder Zuschauer bekommt seinen ganz persönlichen Denkzettel und schließlich verkünden alle Spielerinnen und Spieler in einer kurzen These, wie sie gedenken, die Welt zu verändern. Der letzte Satz, der auf der Bühne fällt, spiegelt dann nach einer Stunde gedankenvoller Auseinandersetzung wieder, was alle denken: „Ich will keine Angst mehr haben!“

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Wer die Premiere verpasst hat, hat noch zweimal die Chance, das Stück auf der Bühne zu erleben. Weitere Vorstellungstermine sind angesetzt für Samstag, 28.10.2017 um 18:00 in der Ev. Matthiaskirche in Bad Sobernheim sowie für Samstag, 18.11.2017 um 18:00 in der Ev. Pauluskirche Bad Kreuznach.

Gottesdienst unter der Autobahnbrücke

Jugendliche feiern Reformationsjubiläum

So eine Autobahnbrücke mit ihren dicken Stützsäulen ist schon ein gewaltiges Bauwerk. Nicht nur die Größe ist beeindruckend, auch der darüber rauschende Verkehr. Am frühen Sonntagabend wurde der Platz unter der Autobahnbrücke zwischen Gießen und Wißmar für etwa 70 junge Leute aus Wettenberg zur Kathedrale. Hier wurde ein Jugend-ChristCross-Gottesdienst an ungewöhnlicher Stelle gefeiert und damit im Rahmen der Veranstaltungsreihe „95 Gottesdienste an ungewöhnlichen Orten“. Mit dem Projekt zeigt die rheinische Kirche, dass sich der Glaube von Christen mitten im Alltag vollzieht.

Das Wettenberger Gottesdienstteam, bestehend aus jungen Leuten, geleitet von Jugendreferentin Amrei Magdanz (Krofdorf) und Diakon Ernest Aguirre (Wißmar), gestaltete den Jugendgottesdienst zum Thema „Du bist nicht allein“ mit Liedern „Du bleibst an meiner Seite“, „Groß ist unser Gott“, „Halleluja“ und dem von Ernest Aguirre getexteten und komponierten Lied: „Das geht doch nicht …“ – inhaltlich die Geschichte erzählend, die zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus mit Jesus erlebt haben. Ernest Aguirre führte aus: „Gott ist da, gegenwärtig wie es in einem alten Gesangbuchlied heißt. Er will unser Leben prägen und es ist cool , dass ich, dass du mit Gottes Hilfe in diese Zeit und Welt hineinwirken dürfen.“

Eine Wasserschöpf-Staffel, es wurde mit Schwämmen möglichst viel Wasser von Eimer zu Eimer getragen, wies darauf hin, wie wichtig gemeinschaftliche Aktionen sind, wenn sie zum Erfolg führen sollen. Im von jungen Leuten gestalteten Fürbittengebet lautete eine Bitte: „Hilf, dass es immer wieder zu Wundern des Friedens kommt, hilf uns, dass wir trotz so viel Uneinigkeit, Streit und Krieg in dieser Welt Boten des Friedens sein können.“

Das Bistroteam überraschte nach dem Gottesdienst und dem gemeinsamen „Vater unser“ mit Eiskonfekt.

Der nächste ChristCross-Gottesdienst findet am Sonntag, 27. August um 18 Uhr im Turm der Evangelischen Kirche in Wißmar statt.

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Kinder interpretieren Reformator Martin Luther

Musicalaufführungen in Krofdorf und Wißmar:

2017 ist das Reformationsjahr, in dem unzählig viele Veranstaltungen zu „Luther im Blick“ stattfinden. Vorträge, Kochsendungen, Theater und Musikangebote in Hülle und Fülle sind angesagt.

„Da passiert was“ hieß es am Samstagnachmittag in der Margarethenkirche in Korfdorf sowie am Sonntagnachmittag in der evangelischen Kirche in Wißmar. Bei „Da passiert was“ handelt es sich um ein Kindermusical zum Reformator und das spannende Geschehen um einen Mann, der die Kirche nicht spalten, sondern verändern wollte. Seitdem ist vieles anders. Damit auch Kinder verstehen, was Reformation bedeutet, weshalb sie notwendig war und was sich verändert hat, setzten sich zwei aktive hauptamtliche kirchliche Kinder- und Jugendmitarbeiter, die Krofdorfer Jugendreferentin Amrei Magdanz und der Wißmarer Diakon Ernest Aguirre, zusammen, um ein Luther-Musical für Kinder zu schreiben und auch Lieder dafür zu komponieren.

21 Kinder aus Wettenberg ließen sich einladen, mitzumachen beim Musical-Abenteuer „Da passiert was“, zu und über den Reformator Martin Luther und seine Erfahrungen. Theater ist eine gute Möglichkeit, Reformation zu erleben. Man versetzt sich in Personen hinein und bekommt ein Gefühl für sie. Luther wollte den Leuten die Angst nehmen, er setzte alles auf Christus und wurde nach manchen Nöten frei von den kirchlichen Zwängen seiner Zeit. „Der Christ soll ein fröhlicher Mensch sein“, lautet eine Aussage von Martin Luther.

Die Texte zum Musical schrieb Amrei Magdanz, Ernest Aguirre, den man sich ohne Gitarre kaum vorstellen kann, schrieb die Lieder und begleitete sie auf seiner Gitarre. „Da passiert was, da kommt was ins Rollen, da passiert was. Es verändert die Welt… der Papst kann keine Schuld erlassen, er soll den Ablassbrief abschaffen. Er soll für Menschen beten … und nicht das Geld der Armen klauen…“ So das Einstiegslied zum Musical, von den Kindern sehr eindrucksvoll dargeboten. Beleuchtet in Texten und Liedern wurde der Weg Luthers zur Zeit des Mittelalters auf dem Feld bei Stotternheim, auf dem Luther in ein Gewitter geriet, im Kloster und im Thronsaal des Kaisers. Luther widerrief seine Aussagen nicht, wurde durch den Bann des Papstes als vogelfrei erklärt und landete versteckt auf der Wartburg, wo er dann später die Bibel übersetzte, damit sie endlich von vielen gelesen werden konnte.

Die jungen Schauspieler steckten in Kostümen des „Sammelsuriums“, eine sehr eindrucksvolle Veränderung, denn „Kleider machen Leute“. Dem Sammelsurium gilt ein herzliches Dankeschön. Luther wurde von Saraya Wilhelm gespielt, Tetzel von Klara Daubertshäuser, die auch in andere Rollen schlüpfte. Den Kaiser spielte Marli Kaden. Alle Akteurinnen und Akteure spielten gut und waren ernsthaft dabei. Das lange Üben hat sich gelohnt und schnell wurde bei verschiedenen Szenen die Bühne jeweils leicht umgebaut. Auch für die Technik war ein tolles Team zuständig. Das Bühnenbild wurde gemeinsam gestaltet. Tatkräftige Unterstützerinnen waren hier Lisa und Claudia Kellner sowie Alexandra Alhambra. In Krofdorf spendeten knapp 100 Besucher tollen Schauspielern, Sängern und Leitern Riesenbeifall für eine großartige Leistung.

Veranstalter des Musicals sind die Evangelische Jugend des Kirchenkreises Wetzlar und die Evangelischen Kirchengemeinden Krofdorf-Gleiberg und Wißmar. Am Samstag, 23. September, um 16 Uhr wird das Musical noch einmal in der Unteren Stadtkirche in Wetzlar aufgeführt.

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